Kurpark Bad Orb – Parkpflegewerk

Bauherr/Auftraggeber:
Bad Orb Kur GmbH

Areal:
9,3 ha

Bearbeitungszeitraum Parkpflegewerk:
2010 – 2012

Von der Saline zum Kurpark

Wenn die Anstrengungen der Kommune in die Förderung des Kurbetriebs nachhaltige Wirkungen zeigen sollen, dann gehören dazu auch die Förderung der Wertschätzung des Kurparks, und damit verbunden, Investitionen in die fachgerechte Erhaltung, Instandsetzung und Weiterentwicklung des Gartendenkmals. Das Parkpflegewerk liefert dazu zahlreiche Vorschläge auf der Basis einer ausführlichen historischen Aufarbeitung, der detaillierten Dokumentation des Bestands und der kritischen Reflexion und Bewertung des Kurparks als Werk der Gartenkunst und Gegenstand der Gartendenkmalpflege.

Äußerst bemerkenswert an dem Kurpark in Bad Orb ist eine integrierte Gesamtgestaltung aus architektonischen Strukturen und ihre Überlagerung mit landschaftlichen Elementen unter Einbeziehung historischer Bestände aus der Zeit als Salinenort.

Als weiteres sehr spezifisches Kennzeichen lassen sich die städtebaulichen Intentionen identifizieren. Im Gegensatz zu der heutigen Tendenz, den Kurpark ohne Verbindung und Zusammenhang zu seiner Umgebung zu behandeln, bestand die ursprüngliche Absicht darin, vom Kurpark als Zentrum ausgehend eine durch Alleen und Plätze gegliederte Stadt an diese grüne Mitte anzubinden, und gleichzeitig den Zugang in die „freie Landschaft“ zu ermöglichen.

Nicht zuletzt treffen sich im Kurpark in Bad Orb die Spuren bekannter und weniger bekannter Gärtner und Landschaftsarchitekten. An erster Stelle ist Joseph Barnard (1871 – 1938) zu nennen, auf den wahrscheinlich die ursprüngliche Konzeption und die ersten Anlagen zurück zu führen sind.

Die Beteiligung des Frankfurter Stadtgärtners Andreas Weber (1832 – 1901) ist ebenfalls sehr wahrscheinlich, auch wenn der architektonische Part in der Gründungsphase des Kurparks um 1900 wohl eher Hans Weidmann (1862 – 1948), Architekt und damaliger Vorstandschef der Hochtief Aktiengesellschaft, zugerechnet werden muss.

Gesichert und dokumentiert ist die zweimalige Beauftragung von Hermann Mattern (1902 – 1971) in den Jahren 1953/54 und 1960/61. Allerdings wurde von seinen Planungen, die erheblichen Einfluss auf den historischen Bestand genommen hätten, so gut wie nichts realisiert.

Schließlich ist noch Aloys Bernatzky (1910 – 1992) zu nennen, der in den 1960er Jahren Gestaltungen an den Kurpark-Eingängen und zu kleineren Erweiterungen durchführte.

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